• Von der Parodontitis zur Periimplantitis

    Eine mikrobiologische Testung mit dem GUIDOR diagnostic test vor und nach der Implantation kann zu einer Senkung der Periimplantitis-Inzidenz führen und somit den langfristigen Erfolg der Implantattherapie erhöhen.

    Der langfristige Erfolg der Implantatbehandlung beruht auf einem gesunden Parodontium; dafür ist eine Ansammlung von Plaque unbedingt zu vermeiden, u. a. durch eine effektive Zahn-, Mund- und Implantathygiene durch Bürsten, Verwendung von Interdentalprodukten und Spülungen mit Sunstar GUM Produkten. Eine Plaqueansammlung und die damit verbundene Entzündung des umgebenden Weichgewebes (Mukositis) kann – bei ausbleibender Diagnostik und Behandlung – fortschreiten und zu Knochenabbau und Periimplantitis führen und so das langfristige Überleben der implantatgetragenen Restauration gefährden.

    Mombelli und Décaillet (2011) definierten die periimplantäre Erkrankung als das Resultat eines Ungleichgewichts zwischen der Wirtsreaktion und der Bakterienbelastung bei entsprechend empfänglichen Patienten. Diese Infektion wird durch eine gramnegative anaerobe Bakterienflora begünstigt und einige Spezies wurden auch mit der parodontalen Erkrankung in Verbindung gebracht, u. a. Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola, Tannerella forsythia, Fusobacterium sp., Prevotella intermedia, Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Staphylococcus aureus und Candida albicans (Lang et al. 2011, Klinge et al. 2012, Sanz & Chapple 2012; American Academy 2013). Mehrere Risikofaktoren tragen zur Entwicklung der Periimplantitis bei, beispielsweise eine schlechte Mundhygiene, Rauchen, anamnestische oder aktuelle Parodontitis, genetische Merkmale, exzessiver Alkoholkonsum (Heitz-Mayfield 2008; Heitz-Mayfield & Huynh-Ba 2009; Renvert & Persson 2009), lokale Faktoren wie die Implantatoberfläche und die Topologie (Pesce et al. 2014) sowie eine bakterielle Kontamination an der Implantat-Sekundärteil-Verbindung (Canullo et al. 2014)(1).

    „Die Eliminierung dieser parodontalen Krankheitserreger aus der Mundhöhle des Patienten vor Beginn einer Implantattherapie könnte die Besiedlung durch diese Keime hemmen und das Risiko einer Periimplantitis senken” (Sumida S, et al. 2002)(2).

    Zusätzlich zu diesen Bakterien ist auch der Pilz C. albicans in der Lage, die Parodontaltaschen bei Patienten mit einer chronischen Parodontitis zu besiedeln: Er wurde sowohl in der Subgingivalflora gesunder Personen als auch bei Patienten mit aggressiver Parodontitis identifiziert (Urzúa B. et al. 2008)(3). Der Pilz konnte bei 7,1 % bis 19,6 % der Patienten mit chronischer Parodontitis aus den Parodontaltaschen gewonnen werden (Sardi JC, et al. 2010)(4).

     

    Prävalenz

    • 28–56 % der Patienten haben an einem oder mehreren Implantaten eine Periimplantitis (Zitzmann & Berglundh, 2008)(5)
    • Bei 16 % der Patienten bzw. 6,6 % der Implantate lag ein Jahr nach der Implantatsetzung ein Knochenverlust von 1,8 mm oder mehr vor (Roos-Jansaker et al., 2006)(6)
    • 28 % der Patienten weisen über einen Zeitraum von 5 Jahren nach der Implantation einen progressiven Knochenverlust auf (Fransson et al., 2005)(7)

    Literatur- und Quellenangaben:
    1. Canullo L., Peñarrocha-Oltra D, Covani U, Botticelli D, Serino G, Penarrocha M., Clinical and microbiological findings in patients with peri-implantitis: a cross-sectional study., Clin. Oral Impl. Res. 00, 2014, 1–7.
    2. Sumida S, Ishihara K, Kishi M, Okuda K. (2002), Transmission of periodontal disease-associated bacteria from teeth to osseointegrated implant regions. Int J Oral Maxillofac Implants. Sep-Oct; 17(5):696-702.
    3. Urzúa B1, Hermosilla G, Gamonal J, Morales-Bozo I, Canals M, Barahona S, Cóccola C, Cifuentes V., Yeast diversity in the oral microbiota of subjects with periodontitis: Candida albicans and Candida dubliniensis colonize the periodontal pockets., Med Mycol. 2008 Dec;46(8):783-93.
    4. Sardi JC, Duque C, Mariano FS, Peixoto IT, Höfling JF, Gonçalves RB. (2010), Candida spp. in periodontal disease: a brief review, J Oral Sci. 2010 Jun; 52(2): 177-85.
    5. Zitzmann N. U., Berglundh T., Definition and prevalence of peri-implant diseases. J Clin Periodontol 2008, 35: 286–291.
    6. Roos-Jansåker AM, Lindahl C, Renvert H, Renvert S., Nine- to fourteen-year follow-up of implant treatment. Part I: implant loss and associations to various factors., J Clin Periodontol. 2006 Apr;33(4).
    7. Fransson, C., Lekholm, U., Jemt, T. and Berglundh, T. (2005), Prevalence of subjects with progressive bone loss at implants., Clin. Oral Impl. Res.16: 440–446.

  • Verwendung des GUIDOR diagnostic test zur Durchführung einer mikrobiologischen Analyse in folgenden Situationen

    • Vorbereitung vor einer Implantatinsertion: Bestimmung des gegenwärtigen Parodontalstatus bei stabilisierten Patienten, bei denen eine Implantatinsertion bevorsteht
    • Als Hilfsmittel bei der Diagnose spezifischer parodontaler Erkrankungen: persistente Taschentiefe > 4 mm (trotz einer Initialtherapie)
    • Im Rahmen einer Routinebehandlung zur Parodontal- und Implantatpflege bzw. Prophylaxe

     

    Eigenschaften des mikrobiologischen Tests

    • Real-Time-PCR mit dem GUIDOR diagnostic test identifiziert und quantifiziert die wichtigsten knochenzerstörenden Erreger und den Pilz C. albicans.
    • Kosteneffektive Therapieführung zur Maximierung der Implantat-Erfolgsraten
    • Erleichtert eine schnelle Entscheidung zur Absicherung der Behandlung und der klinischen Entscheidung in einem frühzeitigen Stadium
    • Steigert die Patientenmotivation und Therapietreue und baut Vertrauen auf: Motivation, die gründliche Parodontalbehandlung fortzusetzen, um die erfolgreiche Integration des Implantats sicherzustellen – vor und nach der Platzierung
    • Information und Motivation des Patienten, sein langfristiges Mundhygieneprogramm einzuhalten
    • Dient als Nachweis der Sorgfaltspflicht für den Fall medizinrechtlicher Komplikationen, die sich aus einem Implantatversagen ergeben könnten, und im Haftungsfall: um nachzuweisen, dass der Zahnarzt jedes verfügbare Hilfsmittel genutzt hat, um die Möglichkeit einer Implantatplatzierung zu beurteilen, und auch als externe Expertise.

    Hinweis: Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung hinsichtlich weiterer Indikationen, Vorsichtsmaßnahmen und möglicher Nebenwirkungen.
  • Die drei Schritte, bis ein spezifischer mikrobiologischer Befund zu einem Patienten vorliegt

    (Schritt 1) Probennahme: Entnehmen Sie beim Patienten eine Probe von der betroffenen Stelle.

    (Schritt 2) Schicken Sie die Probe mit dem Auftragsformular im Freiumschlag an das Labor.

    (Schritt 3) Das Labor führt die Analyse durch und schickt den Befund innerhalb von 5 Tagen per E-Mail.

    Hinweis: Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Anwenderland ab. Kontaktieren Sie bitte unsere lokale Tochter- oder Partnergesellschaft und entnehmen Sie weitere Details zu den lokalen Prozessen bitte der Gebrauchsanweisung.

  • Zahnärzte, die sich für die Verwendung des GUIDOR diagnostic test entschieden haben, erhalten einen leicht verständlichen Befund.

    Um einen einfachen Vergleich der Keimzahlen mit Schwellenwerten zu ermöglichen, erhalten die Zahnärzte übersichtliche Tabellen und Diagramme, in denen die jeweiligen Bakteriengruppen mit einer Farbcodierung gemäß der Klassifizierung nach Socransky gekennzeichnet sind.


    Mikrobiologischer Befund (Beispiel):

     

     


    Leserfreundlicher Befund (Beispiel):

    Um die Zahnärzte bei ihrer Therapie-/Behandlungsplanung zu unterstützen, enthält der Befund eindeutige, klare Einträge (klinische Interpretationen und therapeutische Entscheidungen liegen selbstverständlich weiterhin im Ermessen des Zahnarztes).



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